MY VEGAN STORY DE


„Was? DU bist vegan?“ – „Warum?“ – „Ich könnte das nie.“

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Das sind die Standardreaktionen, die man als Veganer zu hören bekommt. Die meisten sind überrascht und denken, dass ist vermutlich nur so eine Phase. Ich verstehe diese Reaktionen sehr gut, denn genau so habe ich auch immer reagiert. Immer wenn ich von jemanden gehört habe, dass er vegan ist, dachte ich mir immer, das ist ja viel zu krass und die müssen wohl ein richtiges trauriges Leben dadurch haben. Damals war ich der absolute Antiveganer. In schülervz (soziale Plattform damals) war ich in der Gruppe „Veganer essen unserem Essen das Essen weg.“ Leider war ich nicht offen für neues bezogen aufs Essen, wie viele andere, ganz im Gegenteil, ich habe eigentlich alles vom veganen Lebensstil verachtet.

Aber lasst uns mal zurück gehen. Meine Mama ernährt sich seit über 10 Jahren vegan und so bin ich mit der veganen Ernährung ganz früh in Kontakt gekommen. Einige von euch werden denken, ich Glückliche, nur leider wusste ich das damals nicht zu schätzen und habe es einfach  nur gehasst. Ich konnte es einfach nicht verstehen, wenn meine Mama sich über veganen Milch- oder Fleischersatz gefreut hat. Warum kauft sich nicht einfach das „richtige“ Essen? Warum ist sie nur so begeistert darüber, etwas zu kaufen, das wie Fleisch schmeckt, aber kein richtiges Fleisch ist? Ich konnte es einfach nicht verstehen und wollte es auch nicht, weil ich ein totaler Fleischliebhaber war und auf nix Leckers verzichten wollte. Döner kaufte ich mir ohne Salat, nur Fleisch und Soße – so primitiv, ich weiß. In der Schule träumte ich davon zum Frühstück einen Döner zu essen und liebte Steaks usw. kurz gesagt, ich habe Fleisch einfach geliebt. Natürlich nicht nur Fleisch, sondern auch Käse, Joghurt u.s.w. – so wie glaub jeder Veganer tierische Produkte gerne gegessen hat 🙂

Also wie konnte jemand, der tierische Lebensmittel so sehr liebt, und vegan sein, so sehr hasst, dann vegan werden?

Es hat vor anderthalb Jahren angefangen, als das Thema „vegan sein“ im Radio des Öfteren angesprochen wurde. Man sprach darüber, wie vegan sein das Leben positiv verändert. Du nimmst ab, bekommst glänzende Haare, deine Haut reinigt sich, deine Nägel werden stärker u.s.w. Wer möchte das nicht? Also habe ich beschlossen, es einfach mal einen Monat zu versuchen. Um ehrlich zu sein, konnte ich keine glänzenden Haare oder reinere Haut feststellen, aber ich habe eine Menge abgenommen ohne hungern zu müssen. Aber das abnehmen, war nicht das, was mich motiviert hat, vegan zu bleiben.

Als ich beschlossen habe, es mal vegan zu versuchen, habe ich unglaublich viel darüber recherchiert und so viel herausgefunden, was ich gar nicht gewusst hab. Zum Beispiel was für einen positiven Einfluss vegane Ernährung auf unsere Gesundheit hat und dass hingegen vieler Meinungen es überhaupt nicht gesundheitsschädigend ist, sondern ganz im Gegenteil. Alles was ich gelesen habe, macht einfach Sinn und ich konnte all das nicht ignorieren. Als ich einen Vortrag darüber gesehen habe, wie die Tiere für mein Essen leiden müssen, war das der endgültige Grund, den ich noch gebraucht hatte. Für mich sind alle Tiere gleich und ebenso wie ich keine Hunde in China leiden sehn will, möchte ich auch keine anderen Tiere für mein Essen leiden sehen. Darum bin ich vegan. Aber jeder muss seine eigene Recherche machen. Für mich ist es einfach die beste Entscheidung, die ich treffen konnte –  und so wurde ich vom „Antiveganer“ zum „TheHappyVeganGirl“.

Und mittlerweile weiß ich es auch richtig zu schätzen, dass ich mir jetzt immer Tipps von meiner Mama holen kann 🙂 Ich bin meiner lieben Mama so dankbar dafür, dass sie sich immer so viel Mühe gegeben hat uns gesund zu ernähren. Und meinem lieben Papa bin ich sehr dankbar dafür, dass er meine Entscheidungen immer akzeptiert hat.

Noch ein Zitat zum Schluss, das mich inspiriert:

„Lebendig zu sein, heißt zu wachsen. Jeder Grashalm, jeder Baum, jedes Tier, jeder Mensch wächst. Es lohnt sich zu leben, um sich selbst mit dem eigenem Wachstum zu überraschen. Wenn wir offen sind für das Unmögliche, wird mehr möglich als wir je dachten.“

Quelle: Ulrich Schaffer (Auszug aus dem Buch „Vertraue dem Leben“)

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